Warum Kosmetikstudios besonders viel am Telefon verlieren.
Der Grund liegt in der Länge der Behandlungen. Eine Gesichtsbehandlung dauert sechzig bis neunzig Minuten, eine Wimpernverlängerung deutlich länger. In dieser ganzen Zeit ist niemand am Telefon, und zwar nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil man eine Kundin nicht mitten in der Behandlung allein lässt.
Rechnet man das über einen Tag, ist ein Studio mit einer Behandlerin während der Öffnungszeiten oft zu achtzig Prozent nicht erreichbar. Genau in diesen Stunden rufen aber die Menschen an, die spontan einen Termin suchen. Die Anrufspitze und die Behandlungsspitze fallen zusammen.
Dazu kommt eine Besonderheit der Branche: Die Entscheidung für ein Studio fällt oft spontan und ohne feste Bindung. Wer nicht durchkommt, sucht weiter und findet in jeder Stadt zehn Alternativen. Anders als bei einer Arztpraxis, zu der man aus Gewohnheit zurückkehrt, ist der Wechsel hier ohne jede Hürde.
Der zweite große Posten ist die schlafende Kundenkartei. Fast jedes Studio hat mehrere hundert Kundinnen, die früher regelmäßig kamen und seit Monaten nicht mehr da waren. Sie sind nicht unzufrieden weggegangen, sie haben es schlicht nicht mehr auf dem Schirm. Eine persönlich formulierte Nachricht holt einen Teil davon zurück, und das ist der günstigste Umsatz überhaupt, weil keine Werbung dafür nötig war.
Rechnen Sie es einmal für Ihr Studio durch: Bei einem durchschnittlichen Behandlungspreis von 80 € genügen zwei zusätzlich gebuchte Termine im Monat, um den Einstieg bei 99 € zu tragen. Alles darüber ist Gewinn, und die eingesparte Unruhe während der Behandlung kommt obendrauf.
Wie sich verpasste Anrufe für Ihren Betrieb genau beziffern lassen, steht im Ratgeber unter Was verpasste Anrufe wirklich kosten.